Duke 2, 640 geht im Stand schlagartig aus

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KTM
Duke 2, 640
Hallo zusammen,
ich stelle mich einmal kurz vor, da ich mich gerade erst registriert habe. Ich komme aus dem schaumburger Land und habe mir nach 20 Jahren noch einmal eine LC4 gekauft. 1994 war es eine 620 Competition, danach alles an Motorrädern ausprobiert, was der Markt hergibt und nun doch wieder hier gelandet.
Zu meinem Problem: Ich habe mir vor 2 Wochen eine Duke 2, 640 Bj. 2000 mit gerade einmal 11tsd km gekauft. Sie stand jahrelang beim Vorbesitzer, ohne bewegt zu werden. Max. der Weg zum TÜV und zurück. Der Vorbesitzer hat ihr ein Kopftuning von Tom Dick spendiert, Acrapovic-Endschalldämpfer und einen Keihin Flachschiebervergaser und alles sieht ganz toll aus. Sie läuft auch klasse. Allerdings passiert Folgendes im Standgas: Sie geht nach einer gewissen Zeit schlagartig aus, als ob dann etwas mechanisch blockiert. Dann dreht auch der Anlasser nicht mehr. Mit dem Kickstarter springt sie aber sofort auf den Punkt an und läuft völlig normal. Kann es der Anlasserfreilauf sein, der da hakt? Es ist auch kein Absterben im Stand, wie man es erwartet, sondern wirklich schlagartig, mechanisch blockierend. Nach dem Ankicken und Ausschalten funktioniert es auch mit dem E-Starter wieder.
Hat jemand eine Idee?

Vielen Dank und schönen Abend.
Gruß
Lars
 
Hallo,

willkommen hier bei den LC4 Beklopften! Wie hoch ist denn das Standgas? Kannst du vielleicht ein Video davon machen? Eventuell der Autodeko - komisch jedoch, dass der Anlasser nach dem Absterben nicht geht. Du könntest ja als Test das Zwischenrad vom Anlasser entfernen um zu sehen ob sie dann auch abstirbt.
 
Ja, klingt nach Autodeko.
Wenn der nicht mehr funktioniert, dann kommt auch der Starter nicht mehr übern OT.
Wie Michi schreibt - Leerlaufdrehzahl..... vielleicht einfach mal ein wenig erhöhen.
 
Moin ihr beiden,
ich erhöhe jetzt mal das Standgas und schaue was passiert. Anschl. wäre dann der Anlasser dran. Ja, ich habe schon bei YouTube gesehen, dass der Autodeko in vielen Fällen aufgibt. E-Starten ist ja anscheinend trotzdem auch mit dem Handdeko möglich. Also vielleicht den Autodeko auf lange Sicht raus?
Gruß
Lars
 
Kannst den autodeko rausholen. Dann mit handdeko und estarter starten. Gibt's Videos zu.
 
Test vermutlich erfolgreich: Standgas hatte ich nach dem Kauf nämlich tatsächlich runtergedreht, da es mir hörbar zu hoch war. Tja, die lc4-Zeiten sind halt schon 20 Jahre her. Ich hatte es anscheinend mit dem Standgas beim Auto bzw. moderneren Motoren verglichen. Ich habe das Standgas also etwas hochgedreht und die Duke vorhin eine ganze Zeit im Stand laufen lassen, bis irgendwann Lüfter und Warnlampe kamen. Sie lief einwandfrei. Die Frage ist jetzt aber, mag die Autodeko-Nocke das niedrige Standgas generell nicht oder mag sie es nicht, weil sie schon schadhaft ist? Sie hat ja eigentlich erst rund 11tkm auf dem Tacho…nachweislich.

Schönen Gruß
Lars
 
Hallo,

generell schadet es dem LC4 Motor nicht, wenn das Standgas etwas erhöht ist. Die Autodekonocke ist aus meiner Sicht ein etwas eigenartiges Konstrukt, das selbst im Neuzustand oft nur mangelhaft funktioniert. Einige hier im Forum haben sich mit deren Funktion und Optimierung recht detailiert auseinander gesetzt mit ausschleifen etc. - in der Forumssuche wirst du sicher fündig. Ich verstehe bis heute nicht zu 100% wie das Ding genau funktioniert. Einfach so tauschen und das Thema ist erledigt geht auch nicht, da hier auch ein Stift in der Nockenwelle sitzt, den man nicht wechseln kann. d.h. man benötigt u.U. auch eine neue Nockenwelle. Daher meine Empfehlung - lass es wie es ist. Die Standgasdrehzahl sollte 1500-1600 rpm betragen.
 
Wenn du den Autodeco optimieren möchtest, gibt es im FAQ Bereich eine Anleitung dazu.
Dann sollte er ewig leben :cool:
Dazu musst du aber die Ventilhaube abnehmen.
Allzu schwierig ist es nicht.
Dann kannst du auch gleich die Kipphebelrollen inspizieren. Das schadet üblicherweise auch nicht.
 
Die Frage ist jetzt aber, mag die Autodeko-Nocke das niedrige Standgas generell nicht oder mag sie es nicht, weil sie schon schadhaft ist?

Der Autodeko mag zu niedrige Drehzahlen grundsätzlich nicht.
Das liegt aber weder an einem defekten Autodeko noch daran, dass die Motordrehzahl grundsätzlich relativ hoch sein muss damit der Autodeko richtig funktioniert.
Das Problem ist einfach der großvolumige Einzylinder, der bauartbedingt eine erheblich geringere Motordrehzahl während Ansaugen+Verdichten hat, im Vergleich zur Motordrehzahl während Arbeiten+Ausstoßen.

Der Unterschied in der Motordrehzahl zwischen Ansaugen+Verdichten und Arbeiten+Ausstoßen kann schon mal bis zu 1000U/min betragen, wobei das für uns Menschen nicht wahrnehmbar ist, weil diese Prozesse einfach viel zu schnell vonstatten gehen.

Das bedeutet zum Beispiel während die Kurbelwelle im Arbeitstakt auf Hausnummer 2000U/min beschleunigt wird, wird sie während den Ansaugen+Verdichten (vorallem dann kurz vor OT) wieder auf Hausnummer 500U/min abgebremst, nur um nach OT bei der Verbrennung abermals auf 2000U/min beschleunigt zu werden.

Das ist halt einfach das Wesen des Einzylinders.
Bei einem 2/3/4 Zylinder ist dieses Problem bei weitem nicht so ausgeprägt, denn während der Kolben eines Zylinders bei der Verdichtung abgebremst wird, wird ein anderer zeitgleich durch eine Verbrennung beschleunigt, was sich dann natürlich in Summe glättend auf die Kurbelwellen- bzw. Motordrehzahl auswirkt.

Das Problem beim Autodeko ist jetzt aber, dass die Fliehkraft, welche den Autodeko außer Funktion setzt, erst ab einer bestimmten Motordrehzahl (~500U/min?) ausreichend ist.
Fällt die Motordrehzahl während dem Ansaugen und Verdichten unter diese magische Drehzahl, dann ist der Autodeko in Funktion und verhindert durch die Dekompression während dem Verdichten, dass im darauffolgenden Arbeitstakt dann auch ein zündfähiges Gemisch vorhanden ist.
Das bedeutet die Verbrennung im darauffolgenden Arbeitstakt fällt auf gut Deutsch gesagt dann einfach flach, wodurch die Kurbelwellenbeschleunigung im Arbeitstakt dann natürlich ebenfalls flach fällt.
Durch diese ausgebliebene Beschleunigung der Kurbelwelle im Arbeitstakt hat die Kurbelwelle dann aber nicht mehr genug Energie, um über den nächsten Verdichtungstakt hinwegzukommen, wodurch die Kurbelwelle im darauffolgenden Verdichtungstakt dann auf einen Schlag abgebremst wird.

Dasselbe passiert im übrigen auch wenn man den Motor über den Zündschlüssel oder den Notaus von jetzt auf gleich einfach den Zündfunken nimmt.
Kennt bestimmt jeder dieses harte Anschlagen bzw. diesen "Knall" wenn die Kurbelwelle beim Abstellen des Motors mittels Zündschlüssel abrupt abgebremst wird, weil ihr durch die fehlende Verbrennung im Arbeitstakt, die Energie fehlt um über den nächsten Verdichtungstakt hinweg zu kommen.

Deshalb wird auch immer gerne geraten den Handdeko zum Abstellen des Motors zu benutzen und nicht den Zündschlüssel oder den NotAus.
Wenn der Handdeko zum Abstellen des Motors gezogen wird, dann kann der Motor langsam auslaufen ohne dass die Kurbelwelle gegen die Kompression im Verdichtungstakt knallt.

Um es zusammenzufassen: bei einem Einzylinder braucht es einfach eine bestimmte Motordrehzahl damit die Kurbelwelle auch im Verdichtungstakt noch schnell genug dreht, damit das Auslösen des Autodeko verhindert wird, welcher ansonsten dafür sorgtmen würde, dass im nächsten Arbeitstakt dann kein zündfähiges Gemisch mehr vorhanden ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mein Standgas ist bei Betriebstemperatur auch ein bisschen zu hoch. Brauche es aber für
die ersten Minuten. Muss immer aus der Stadt raus und mit Choke läuft sie dann schnell in die Überfettung
und geht an der Ampel aus.

Also ein paar U/min mehr schadet der Kiste nicht, genau wie mein etwas zu hoher Blutdruck mir auch nicht schadet.

Grüße Badmick
 

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