640 Highflow Zylinderkopf Schraube abgerissen

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Moin,

da möchte man eigentlich nur die Zylinderfußdichtung wechseln und wird beim anschließenden Zusammenbau dann wie folgt belohnt:

schraube.JPG

Warum das passiert ist, kann ich nicht mit Sicherheit sagen.
Ich tippe im Nachhinein auf den zu billigen Drehmomentschlüssel als Ursache, obwohl es bei den anderen 3 Schrauben kein Problem war.

Meine Vorgehensweise wäre:

1. Zylinder wieder runter
2. Mit der Standbohrmaschine eine Bohrung in den Schraubenrest (klappt das wohl mit einem normalen HSS Bohrer bei der 10.9 Schraube?)
3. Linksausdreher und Daumen drücken

Ich hoffe einfach, dass ich den Rest so herausbekommen und das Gewinde im Zylinder noch in Ordnung ist.

Montiert habe ich die Schrauben übrigens mit ein wenig Öl an Kopf/Scheibe + Gewinde und 50NM (schrittweise, über Kreuz), genau wie im Reparaturhandbuch angegeben.

- Was meint ihr zu Fuß- und Kopfdichtung: Auf jeden Fall noch mal erneuern, wenn ein mal "plattgedrückt"?
- Was haltet ihr von meiner Vorgehensweise zum Entfernen des Schraubenrestes? Vielleicht noch den Zylinder drumherum erwärmen? Gleich einen linkslaufenden Bohrer nehmen?

Beste Grüße
lennsen
 
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oldman

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genau wie du es berschrieben hast, sollte man vorgehen. Nicht erhitzen.

Ich würde die Dichtung nochmal verwenden.
 
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Danke, aber wieso nicht erhitzen? Siehst du die Gefahr, dass sich der Zylinder verzieht?
Ich dachte, da das Außengewinde Alu und die Schraube Stahl ist, würde es vom Grundsatz her Sinn machen.

Am meisten graut es mich noch vor einem abgebrochene Bohrer oder Linksausdreher.
 
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Schau doch mal, ob du die Schraube evtl mir nem Spitzen Schraubendreher gedreht bekommst. Das Ding hat ja nicht gefressen und ohne Kopf sollte auch keine Spannung mehr auf dem Gewinde sein ...
 
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Das habe ich tatsächlich noch nicht versucht, da ich nach diesem unschönen Anblick erst mal frustriert die Werkstatt verlassen hab.
Ich hab gerade noch überlegt, ob alternativ nicht zunächst das Aufschweißen einer Mutter die sicherere Variante wäre, bevor man am Ende abgebrochenes Hartmetall drin stecken hat.
 
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Würde zuerst mit spitzem Körner drangehende.
Mit Linksausdreher überhaupt nicht !
 
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Ich hab gerade noch überlegt, ob alternativ nicht zunächst das Aufschweißen einer Mutter die sicherere Variante wäre, bevor man am Ende abgebrochenes Hartmetall drin stecken hat.
Das wird hier nach meiner Vorstellung lokal zu heiß. $KUMPEL hat so was schon mal mit einer vermurksten Krümmerschraube eines Zuvielzylindermotors gemacht. Da schaute allerdings ein relativ langes Stück Schraube aus dem Zylinderkopf, so daß das "Anbraten" einer Mutter ganz gut klappte.

Deine Idee konkreter: Du hast eine Standbohrmaschine mit Einspannvorrichtung? Damit kannst Du den Zylinder ordentlich fixieren. Dann kannst Du das Loch in den Schraubenrest relativ groß machen, so daß sowieso fast kein Schraubenmaterial im umgebenden Gewinde übrigbleibt. D.h. mit dem Linksausdreher holst Du anschließend nur zerbröselnde Reste raus. Zum Schluß mit dem Gewindeschneider durch, um das Gewinde zu säubern. Wg. des Bohrens würde ich jemand fragen, der mir was zur geeigneten Drehzahl und zum Schmiermittel sagt.
 
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Ende vom Lied:
schrauben.JPG
Der Rest ging quasi von Hand raus. Ich hatte vorhin so die Schnauze voll, dass ich es einfach nicht probiert hab :D
Gewinde im Zylinder sieht auch noch gut aus, also scheinbar richtig Glück gehabt.
Trotzdem vielen Dank für alle Ratschläge!

Jetzt werden erst mal 4 neue Schrauben und ein Drehmomentschlüssel von einem namhaften deutschen Hersteller gekauft!

Zum Abschluss noch eine Frage: Kann jemand die WHB Angabe von 50NM + Öl ans Gewinde für die Highflow Modelle bestätigen?
In der Anleitung steht nämlich auch noch was von Kupferdichtringen wechseln, die sind bei meinem Motor aus Stahl:

– Oil the 4 bolt (threads and contact surfaces of bolt head) and then mount with new copper seal rings.
– Tighten collar bolts crosswise in three rounds up to the prescribed torque of 50 Nm. During the first round only tighten until a slight resistance is felt


Beste Grüße
lennsen
 
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Jetzt werden erst mal 4 neue Schrauben und ein Drehmomentschlüssel von einem namhaften deutschen Hersteller gekauft!
Lies vorher hier ein bißchen zu Drehmomenten und Oberflächen:

Möglicherweise hast Du die bereits mehrfach verwendete und somit vorgedehnte Schraube wg. der Schmierung des Gewindes überlastet.
 
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Danke Ralf, deshalb habe ich mich ja exakt an die Handbuch Vorgaben gehalten -> Oil the 4 bolt (threads and contact surfaces of bolt head)
Daher meine Nachfrage über die Gültigkeit der Angaben auf den Highflow Motor bezogen.
In der Regel wird da ja auch auf die Verwendung neuer Schrauben hingewiesen, wenn nötig.
Trotzdem traue ich dem Schlüssel nicht, wurde eh Zeit für was gescheites.
 
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deshalb habe ich mich ja exakt an die Handbuch Vorgaben gehalten -> Oil the 4 bolt (threads and contact surfaces of bolt head)
Du hast Stahlscheiben, vorgesehen sind Kupferscheiben. Ich kenne die Unterschiede bei den Reibungskoeffizienten leider nicht, habe aber aus dieser Beschreibung gelernt, daß die Wahl der Scheibe relativ wichtig sein kann. Aber weil das in diesem Fall geölt werden soll, dürfte der Unterschied nicht besonders groß sein.

Ein guter Drehmomentschlüssel ist das allerwichtigste :) Und immer schön entspannen ....
 
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Die Kupferscheiben sind nur bis 2003 vorgesehen, ab 2004 (mein Modelljahr/Highflow) sind es Stahlscheiben.
Leider finde ich im Netz kein anderes Werkstatthandbuch als das bis 2003, daher kann ich die Angaben für mein Modell nicht überprüfen.
Laut dem Thread hier sind es sogar ab 2004 53NM, aber über Öl/kein Öl finde ich nichts:


Edit: Ich habe ein weiteres WHB im Netz gefunden, hier gehts um die Military Version der LC4 mit 400ccm
Da ist schon nicht mehr von Kupferscheiben die Rede, dafür aber von 53NM. Geölt werden soll trotzdem:

– Die 4 Bundschrauben am Gewinde und an der Anlagefläche ölen und samt Unterlegscheiben montieren.
– Bundschrauben kreuzweise in 2 Umgängen bis zum Vorgeschriebenen Drehmoment von 53 Nm festziehen.
 
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Das sind keine dehnschrauben und kann man wiederverwenden.
Entweder Materialfehler oder zu viel.Drehmoment
 
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Ich kann mir auch einen anderen Grund vorstellen warum von kupferringen auf stahlschwiben gewechselt wurde. Kupfer ist weich und setzt sich. Ergo verliert die zylinderkopfschraube die vorspannung
 

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