Pleuel-Lager selbst wechseln

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Hat das schon mal jemand versucht?
Schaut euch das mal an:
Hydraulische Presse bis 20To ist vorhanden, Drehbank / Messuhr auch.
 
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ich würds nicht machen.
lanzaroad verrechnet z.b. jedesmal ein zu erstellendes werkzeug zum einpressen.
auf die frage hin was das denn ist, hat man mir erklärt, dass die wangen durchgehärtet sind, und das werkzeug den einpressvorgang ermöglicht, anderenfalls kann die wange reissen.
man sieht auch deutlich wo es angesetzt wurde.

und so stümperhafte arbeit wie in dem video hab ich ja noch nie gesehen
 
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Ach Leute. Das Video ist ein funny Video

Wenn ihr irgendwo in Kambotscha oder in Kuba eure Werkstatt haettet wuerde ihr euch die Augen reiben wie proffessionell der Jung in dem Video das macht!

Ich finds geil wie das Menschen mit EINFACHEN Möglichkeiten reparieren!
 
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Für nen Indischen Roller mags wohl funktionieren.

Hab mal ein Video gesehen von Indern.Die haben da KW-Lager im Akkord runtergeklopft.
Der nächste Inder hat die neuen Lager draufgeklopft und ein dritter hat den Rundlauf kontrolliert.
Aber eben alles so 50er Mopped Teile.
Wenn die in 3000km wieder kaputt sind dann machen sie das eben nochmal und nochmal und nochmal... :sarcastic:
 
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bei einer sauber verpressten KW hat man bereits den Rundlauf , bei dem der Kolege bereits aufhört.
Für das Ausrichten braucht es schon eine Meßuhr.
Ein 15 PS 125er benötigt ganz sicher weniger Presspassung als ein großer Motor
 
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Wenn ich ehrlich bin, hab ichs auch schon mit ner normalen 10T Presse gemacht. Zum Ein- und Auspressen hab ich entsprechende Unterlegplatten erstellt. Zum Richten ist die Welle dann aber zum Motorenbauer um die Ecke gegangen.
Für die 690 gibt es auch ein und Auspresswerkzeug zu kaufen, damit der KTM Fritze von nebenan die Welle Instandsetzen kann. Warum muss es denn immer der Spezialist sein, der das fachgerecht ausführen kann?
 
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Alter, gerade das Video gesehen, wie geil ist das denn ^^
 
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Bin den Motor selbst nicht gefahren, das war ne Zugabe bei einem Teile-Paket.IMG_20181129_211650.jpg
Ich hatte vor, den über den Winter zusammen zu puzzeln, hab aber den Riss im Gehäuse erst nach dem Reinigen gesehen.
 
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So, weiter gehts mit dem Thema.
Ich habe heute 2 alte Schrott Kurbelwellen selbst zerlegt, ging alles wie erwartet, aber seht selbst.
Zunächst wurde eine Auflage gebaut, die zwischen die Kurbelwangen gesteckt wird, und ein Keil, der an der ausgesparten Stelle, seitlich vom Hubzapfen, eingeschoben wird.
IMG_20190119_162820.jpg
So sieht das dann direkt vor dem Auspressendes Hubzapfens aus:
IMG_20190119_163325.jpg
Noch mal ausrichten, dann geht's los:
IMG_20190119_165953.jpgIMG_20190119_170213.jpgIMG_20190119_170213.jpgIMG_20190119_170627.jpgIMG_20190119_170632.jpg
Das Ganze jetzt noch von der anderen Seite:
IMG_20190119_170836.jpgDa kommt der Hubzapfen :) IMG_20190119_170831.jpg
 
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Deine Presse hat sicher ein Manometer :)

Hast du da mal drauf geschaut und vermutlich kennst du auch noch den Zylinderdurchmesser.
 
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So, Kurbelwelle ist verpresst, aber der Reihe nach:

Ausgangs-Material

Kurbelwelle pressen (1).jpg

Begonnen wird mit der linken, also Primär-Trieb Seite
Wichtig ist, dass die Bohrung im Hubzapfen für die Pleuellager-Schmierung genau zum Loch in der Kurbelwange fluchtet.
Ich habe dafür einen 4er Bohrer in die Ölbohrung gesteckt, der muss genau über der Zentrierbohrung der Kurbelwange liegen:

Kurbelwelle pressen (2).jpg

Ab unter die Presse :)

Kurbelwelle pressen (3).jpg

Wenn der Hubzapfen sitzt, Bohrer raus und Hubzapfen versenken

Kurbelwelle pressen (4).jpg

Jemand hatte nach dem Press-Druck gefragt, der lag zwischen 5 und 6,5 t.
Anfangs so bei 6,5 t, sobald der Hubzapfen die ersten mm drin ist, sinkt der Pressdruck wieder ab auf etwa 5 t.
Halbzeit :)

Kurbelwelle pressen (5).jpg Kurbelwelle pressen (6).jpg

Der Hubzapfen soll bündig mit der Außenfläche der Kurbelwange abschließen, durch die Alu-Unterlage ging er allerdings etwas weiter durch, musste ich zurück drücken.

Die zweite Hälfte ist etwas kniffliger, da die Wangen möglichst wenig zueinander verdreht sein sollen.
Bei KTM gibt es eine spezielle Lehre dafür, die ist aber sehr teuer, es geht auch ohne, wer hat verwendet ein Prisma, in meinem Fall musste ein Winkel reichen:

Kurbelwelle pressen (7).jpg Kurbelwelle pressen (8).jpg Kurbelwelle pressen (9).jpg

Wenn die Wangen fluchten: Feuer frei :)

Sieht schon ganz gut aus.

Kurbelwelle pressen (10).jpg

Jetzt die Breite prüfen, Sollmaß ist 66mm.
Direkt nach dem Pressen war die KW zu schmal, das sieht man auch am Hubzapfen, der etwas über steht:

Kurbelwelle pressen (12).jpg Kurbelwelle pressen (11).jpg

Also wieder unter die Presse, etwas zurück drücken. Problematisch hier das sogenannte Losbrech-Moment, sobald genug Druck aufgebaut ist, rutscht der Zapfen gleich ein ganzes Stück durch, im meinem Fall gleich 3/10 mm, wieder zu sehen am Zapfen, der zu weit drinsteht:

Kurbelwelle pressen (13).jpg Kurbelwelle pressen (14).jpg

Also nochmal unter die Presse, und mit viel Gefühl :)

Kurbelwelle pressen (16).jpg Kurbelwelle pressen (15).jpg

Das ist dann innerhalb der Toleranz, das kann so bleiben.
Jetzt beginnt das Geduldspiel, das endgültige Ausrichten der Kurbelwangen zueinander, demnächst hier nachzulesen :)
 
Studentenheim Wiener Neustadt

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