Starker Ölverlust bei KTM 640 LC4

Mitglied seit
23 Juni 2026
Beiträge
4
Standort
Österreich - Steiermark
KTM
KTM 640 LC4 SM
Servus zusammen,

ich bin Jan, 20 Jahre alt, komme aus Österreich und habe mir vor kurzem eine KTM LC4 640 (Baujahr 2003, High-Flow-Motor) mit knapp 30.000 km zugelegt.

Heute habe ich direkt nach der Anmeldung die erste Ausfahrt gemacht (ca. 160 km). Die Freude war allerdings schnell vorbei, weil die Maschine einen starken Ölverlust hat.

Grundsätzlich gefällt mir das Motorrad sehr gut. Das Fahrverhalten und die Optik/äußerer Zustand passt und die Akrapovicanlage klingt für das Alter wirklich fein. Allerdings bringt mir das alles wenig, wenn sie so viel Öl verliert.

Nach meiner ersten Einschätzung kommt das Öl an zwei Hauptstellen heraus:

einmal im Bereich des Zylinderkopfs,

und zusätzlich weiter unten etwa mittig am Motorblock.

Sonst wahrscheinlich auch noch irgendwo, was aber schwer festzustellen ist weil sich das Öl natürlich durch die Fahrt überall verteilt...

85543.jpg
85544.jpg

85546.jpg

85549.jpg
Vom Motorgeräusch her klingt sie für mich eigentlich unauffällig. Soweit ich weiß, laufen die LC4-Motoren ja generell etwas rauer.

Was mir allerdings aufgefallen ist das der Motorblock brennheiß wird - normal?

Außerdem habe ich den Eindruck, dass der Motor bereits einmal geöffnet wurde und bei den Dichtarbeiten nicht besonders sauber gearbeitet wurde.

Ob wirklich was gemacht wurde geschweige denn was weiß ich leider nicht.

Jetzt stellt sich für mich die Frage, wie ich am besten vorgehen soll.

Ich habe gehört, dass Arbeiten bis zum Zylinderkopf ohne zwei linken Hände sowie etwas Werkzeug durchaus selber machbar sind.

Würdet ihr in so einem Fall nur die Zylinderkopf- bzw. Ventildeckeldichtung und die Wasserpumpendichtung erneuern? Oder sollte man, wenn man den Bereich ohnehin schon offen hat, gleich noch weitere Arbeiten mitmachen? ungefähre Kosten??

Und wie würdet ihr mit der Undichtigkeit am unteren Motorblock umgehen? Fürs erste mit Dichtmaße großzugügig zuschmiern?? (ich weiß, ist nicht die feine Art...)

Es ist Sommer und ich will Kilometer spulen und nicht in der Werkstatt sitzen

Ich freue mich über eure Einschätzungen und Erfahrungen.
 

Anhänge

  • 85543.jpg
    85543.jpg
    392,7 KB · Aufrufe: 10
Hallo Jan

Reinige den Motor gründlich und suche danach die Stelle, wo das Öl raus kommt. Bei mir war es mal beim kleinen Deckel, zum Ventilspiel einzustellen. Da hat wer eine Scharte reingehauen beim Nachstellen. Die Dichtung kam damit nicht zu recht. Mit Feile wieder plan gemacht und der Motor war trocken.
Und, ja. Der Motor wird heiss ;-)
Also sauber machen und fahre nicht zu schnell, damit das Öl nicht durch den Fahrtwind überall hin transportiert wird.
Liebe Grüsse
Stefan
 
Sehe ich genau so. Keine Panik. Wenn einer der Ventildeckel undicht ist, gibt es gleich mal eine riesige Sauerei.
Ist aber technisch gesehen ein Klacks. Also mal Sitzbank und Tank ab und genau schauen.
Und "zuschmieren" kannst du gleich vergessen.
 
Hallo Jan,

so wie Stefan (bassmaniac) geschrieben hat wäre es wohl sinnvoll vorzugehen. Schau dir nach kurzer Fahrzeit immer wieder folgende Bereiche an:

- Zylinderkopfdichtung ist es unterhalb oder oberhalb ölfeucht ?
- Motor Unterseite Kommt Öl von den Ablasschrauben oder der Mitteldichtung?
- Krümmerflansch (scheint bei dir leicht undicht zu sein) ist ein bekanntes Thema, welches leicht behoben werden kann. Fehlt da eine Haltefeder des Krümmers?

Kosten - das kann von wenigen Cent für eine neue Ventildeckeldichtung bis zu mehreren 100 Euro gehen, wenn z.B die Gewinde der Stehbozen für den Zylinderkopf ausgerissen sind und daher das Drehmoment nicht mehr erreicht werden kann um den Zylinderkopf korrekt zu verschrauben. Aber es gibt für alles auch kostengünstige Lösungen. Ich halte dir die Daumen, dass es nur undichte Ventildeckel sind - allerdings glaube ich das leider nicht.
 
Ohhh danke - hab nicht gleich mit so vielen hilfreichen Antworten innerhalb kürzester Zeit gerechnet ;-)

Motor war wie ich ihn gekauft/abgeholt habe sauber.
Ganz am Anfang hat es dann unten am Motor bei der Mitteldichtung angefangen zum saftln (Bild 3 - wahrscheinlich von der Mitte aus - leider nicht von der Ablassschraube ): ), nach etwas fahren kam es dann zusätzlich von oben.

Der Großteil kommt aber meiner Meinung nach von oben vom Ventildeckel und/oder von der Zylinderkopfdichtung.

Die Mitteldichtung/Motorunterseite kann man aber wahrscheinlich nicht abdichten ohne den Motor zu spaltern nehme ich mal an):

Sollte es aber wirklich nur der Ventildeckel oder Zylinderkopf sein sollte es also mit bissl Geschick net so tragisch sein?

Werde morgen dann wahrscheinlich mal Öl nachkippen (so das es etwas über der Mitte zwischen den zwei Strichen beim Schauglas ist) und es weiter beobachten.

Weil sonst ist das Moped ein richtig geiles Spaßgerät das mir wenigstens die ersten km einen dauerhaften Grinser verleihen hat
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

sieht nach einer schlampigen Instandsetzung aus -Wenn die Mitteldichtung nicht mehr dichtet muss der gesamte Motor neu abgedichtet werden. Es ist aber eher ungewöhnlich, dass die Mitteldichtung undicht wird, da dort keine großen Druckdifferenzen auftreten im Gegensatz z.B. einer Fuß- oder Kopfdichtung. Aber wie bereits geschrieben erstmal beobachten und versuchen den Ursprung zu lokalisieren.
 
Nachdem Öl von selber nur nach unten fließt würde ich zuerst oben beginnen, ist auch der günstigste Weg.

Sitzbank und Tank muss ab, mehr nicht. Die Haube des Zylinderkopfs ist mit Silikon gedichtet und wird früher oder später bei jedem mal undicht. Dafür braucht es nur eine gründliche Reinigung und neue Dichtmasse, sowie den O-Ring der Wasserpumpe. Es sind nur ein paar M6-Schrauben und keine Hexerei. Steht aber alles genau im Repairmanual. Am besten du schaust dir den Sparepartsfinder und die Kapitel im Manual genauer an.

Im selben Zug solltest du noch neue Dichtungen für die Ventildeckel verbauen (Vorlage zum selber schneiden gibts zur Not im Downloadbereich). Die jeweils obersten Schrauben der Krümmerflansche sollten noch je einen Kupferdichtring bekommen, da sie nach innen durchgebohrt sind.

Falls das nichts hilft wird es die Kopfdichtung sein, Nachteil ist du baust dazu alles nochmal ab, inkl. Nockenwelle und danach Steuerzeiten einstellen. Nicht unbedingt eine anfängerfreundliche Arbeit, aber mit der Reparaturanleitung ohne Spezialwerkzeug machbar.

Mitteldichtung schließe ich auch aus, hatte ich bei 4 Motoren noch nie, dafür war die Ablassschraube schon öfter undicht.
 
Servus, danke wieder für die Antworten!

Hab jetzt die Sitzbank sowie Tank abgebaut und bin mir noch immer unschlüssig.
Die ganze Verkabelung ist ölig und Öl tritt aus den rechten kleinem Ventildeckel sowie aus dem Ventildeckel selber aus.

85623.jpg

Auch denke ich das Öl aus der Kurbelwellengehäuseentlüftung (also aus dem großem Schlauch) sowie aus der Zylinderkopfdichtung selber austritt.
85624.jpg

85625.jpg

Zusätzlich habe ich auch beim Ölffilterdeckel geschaut. Da ist eine Papierdichtung sowie zusätzlich Dichtmaße drauf verschmiert was denke ich da sicher nicht hingehört...

85628.jpg

Auch frage ich mich ob wer weiß wo die 2 Kabel angesteckt gehören oder die keine Funktion haben (Steckerplatz habe ich auf die schnelle keinen gefunden)
85626.jpg

Warte jetzt noch bis ich mein Öl bekomme und werde es weiter beobachtn. Schaut aber für mich so aus als würds einfach überall ausisaftln... ):
 

Anhänge

  • 85625.jpg
    85625.jpg
    324,5 KB · Aufrufe: 3
  • 85624.jpg
    85624.jpg
    401,1 KB · Aufrufe: 4
Kauf neue Dichtungen für die 2 Ventildeckel, tausche die Kupferringe und tausch die Dichtungen aus.
Drehmoment der Schrauben NICHT 10 Nm wie lt. Rep Anleitung, sondern eher 6 - 8 Nm.
Und kontrollieren, ob die Ventildeckel plan sind.

Und dieser schwarze Gewebeschlauch.... ist da auch noch ein Gummischlauch innen drin?
Um die Stecker brauchst dir keine Gedanken machen, solange alles funktioniert. Das können Stecker für andere Länder sein.
 
Jou ist einer drinnen.
Könnte man die Ventildeckeldichtung auch selber aus einer Papierdichtung schneiden?
Hätte noch eine mit 2mm herumliegen oder ist die zu dick?
85659.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
2 mm - die ist aus original 0,8 mm Papier. Prinzipiell dürfte es egal sein, wenn das ähnliches Dichtungspapier wie das originale ist.
Und schau, ob die Deckel gerade sind.
Ich habe hier einen, der ist derart verbogen……
 

Neueste Themen

Zurück
Oben