Gehäusedichtungstausch ohne Stress LC4 620 94-97

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Schritt für Schritt Anleitung für einen Gehäusehälften Dichtungstausch
Ich habe keine Anleitung zum Ausbau des Motors im Netz gefunden, bis zu dem Punkt an dem das Rep.Handbuch des Motors in ausgebautem Zustand ansetzt. Also habe ich die letzte Ausbauaktion so gut es geht hier festgehalten. Vorweg sei angemerkt, dass bei gut gepflegten Teilen mit entsprechender Schmierung für den Ausbau nirgends rohe Kraft angewendet werden muss. Sind die Teile schon etwas korrodiert kann das anders aussehen. Deshalb hier auch der unten erwähnte Rostlöser.

ich habe weiter unten mal den Link für eine PDF gepostet, in der ich alles incl. Zusammenbau beschrieben ist


Was wir benötigen:
-Röstlöser (ich bevorzuge „Turbokraacht“ von Förch)
-Gutes Schmierfett
-Kontaktspray
-Dichtungsmasse z.B. Dirko HT
-Steckschlüsselsatz
-Schraubendrehersatz
-Ring-und Maulschlüssel
-Inbusschlüsselsatz
-Seitenschneider
-Hammer aus Kunststoff oder Gummi,sowie Schlosserhammer
-Kabelbinder
-passende Dichtungen oderDichtungspapier zum Zuschneiden (Schere, Teppichmesser)
-Kupferdichtungsringe
-genügend Platz für Ablagefläche,Auffangbehälter für Flüssigkeiten wie Öl und Kühlmittel
-Ersatzbetriebsflüssigkeiten (Öl,Kühlmittel)
-Reparaturanleitung für Motor(optional)
-Fühlerlehre
-(hydraulischen) Wagenheber oder ähnliches (Bretter, Balken) zum Aufbocken des Motors
-Lappen oder Haushaltspapier
-Bremsenreiniger

und das Reparaturhandbuch für den Motor des entsprechenden Modells.




Jetzt geht es los:


Maschine auf Hauptständer stellen, Öleinfüllschraube aufdrehen, 19mm Ablassschraube unter dem Motor lösen, Behälter unterstellen und Öl ablassen und auffangen. 13mm Magnetschraube lösen und von Spänen säubern. Ölleitung oben links am Steuerrohr ( ab Modell mit Filter unter Brustrohr) lösen und untere Ablaßschraube am Brustrohr öffnen und Öl ablassen und auffangen. Filter am Brustrohr abdrehen. (Filter und Öl müssen nach der Aktion ohnehin neu).


Halteschrauben der Sitzbank lösen und Sitzbank abnehmen.
Halteschrauben der Tankverkleidunglösen und Verkleidung abnehmen.
Schrauben der hinteren Seitenverkleidung lösen und diese abnehmen.
Benzinhahn schließen und Schlauch am Hahn abziehen, dabei austretenden Restkraftstoff mit Lappen auffangen.
Halteschrauben links und rechts vorne unterm Tank und hintere mittlere 13mm Schraube vom Tank lösen.
Von hinten links und rechts vorne unter den Tank greifen, die Halteflügel mit den Schraubenstopfen leicht nach außen drücken und Tank nach oben abnehmen. Schraubengummis nicht verlieren. Die sind recht teuer.
Kühlerdeckel aufdrehen.
Schlauchschelle vom Schlauch an der Wasserpumpe unten am linken Kühler lösen (Schlauch wird abgezogen wenn der Motor beim Ausbau nach hinten gekippt werden kann). Schlauch vom vorderen Ventildeckel zum Rahmen an beiden Enden lösen und abnehmen. Schlauch an der rechten Zylinderseite oben vom Thermostat lösen und abziehen.
Schalthebel und Kickstarter demontieren.
Fußraste links demontieren. (optional,geht mit etwas Verrenkung auch ohne).
Ölleitung oben am Kupplungsdeckel mit Ringschlüssel lösen und abnehmen.
Kupplungsdeckelschrauben lösen ( Ort der jeweiligen Schrauben merken, z.B. durch Einstecken in ein Styroporbrett, weil sie unterschiedlich lang sind . Gefahr späterer Gehäuse- oder Motorschäden). Kupplungsdeckel abnehmen.
Schrauben an der Kupplungsdruckkappe lösen und Schrauben mit Federn entnehmen. Kappe mit Druckstange und Scheiben und Lamellen entnehmen. Die Lage und Reihenfolge der Lamellen und Scheiben nicht vertauschen beim späteren Wiedereinbau.
Mit flachem Schraubendreher Sicherungsblech der Kupplungsschraube aufbiegen. Schalthebel wieder aufstecken und einen hohen Gang einlegen. Hinterradbremse betätigen und mit 30mm Nuss Kupplungsmutter lösen aber noch nicht komplett abnehmen. Verkleidung des Kettenritzels demontieren.
Wenn vorhanden, das Sicherungsblech der Ritzelmutter mir großem flachen Schraubendreher und Gummihammer so weit von der Mutter lösen, daß sie sich drehen lassen müsste. Kettenritzelmutter bzw. Schraube unter Benutzung der Hinterradbremse lösen.
Schraube ist Normalgewinde. Bei der Mutter bin ich nicht sicher ob eventuell Linksgewinde vorliegt.
Hinterachse lösen und nach links rausziehen. Rad in der Führung ganz nach vorne schieben und entspannte Kette vom Kettenrad nehmen. Ist die Kette schon etwas verschlissen, kann sie soweit am Ritzel zur Seite gedrückt werden,dass das Ritzel von der Welle genommen werden kann. Wenn nicht, erst einmal Hinterrad ausbauen oder doch Kette trennen.
Einen Lappen stramm wickeln und unten zwischen Primärritzel und Kupplungskorbzahnrad stecken.
Jetzt kann man versuchen die Schraube am Primärtrieb zu lösen. Alternativ kann zwischen die Zähne auch ein kleinerer Inbus gesteckt werden. Ideal ist natürlich das Kupplungshalterwerkzeug.
Ist das Primärritzel gelöst, können wir den Bolzen der Hinterradschwinge nach rechts austreiben. Dazu Schraube links leicht ausdrehen und mit aufgesetzter Nuss und leichten Hammerschlägen versuchen den Bolzen auszutreiben. Eventuell über Nacht Rostlöser einwirken lassen und nochmal versuchen. Hat sich der Bolzen bewegt nehme ich für weiteres Austreiben eine kleine Verlängerung der ¼ Größe mit einer kleinen Nuss, die gut auf dem Bolzen aufliegt um das Gewinde nicht zu beschädigen, und einen Gummihammer. Bolzen der Umlenkung unten am Knochen demontieren, damit die Schwinge nach hinten gezogen werden kann.
Oben rechts am Motor den Dekozug entspannen und aushängen. Beide Ventildeckel demontieren. Mit Rändelschraube am Kupplungshebel Kupplungszug entspannen und am Motorblock aushängen. Bei zu viel Restspannung kann auch der Ausrückhebel auf der Welle gelöst und hier alles noch weiter entspannt werden.
Mit Seitenschneider eventuelle Verbindungen mit Kabelbindern der nach oben führenden Ölleitungen, Zündungskabel und am Kupplungszug trennen. Zündungsstecker mit seinen drei Polen in der Nähe der Zündspule trennen. Achtung , kann schwergängig sein! Notfalls zwei Zangen zur Hilfe nehmen, die Enden vorsichtig greifen und mit kleinem Schraubendrehergriff eingeklemmt zwischen den Zangen auseinander hebeln. An der rechten Motorseite hinter dem Zündungsdeckel die Ölfilterdeckelschrauben lösen und Deckel abnehmen. Öl tritt aus ! Zum Lösen der Ölleitungen entweder die kurze Leitung am Zylinder rechts am Motor lösen, dann verbleiben die Leitungen beim Ausbau des Motors am Motorrad samt Öldeckel. Oder Schraube der Ölleitungen am Ölfilterdeckel lösen, dann verbleibt nur die lange Ölleitung zum Brustrohr am Mopped.


Jetzt sollte bis auf den Vergaser, Auspuff und die Rahmenhalterung unten und vorne keine Verbindung vom Motor zum Rahmen mehr bestehen.
Inbusschrauben am Krümmer lösen und die Haltefedern mit Zange aushängen. Verschraubung zwischen Krümmer und Vorschalldämpfer lösen.
Mit vorsichtigen Schlägen vom Gummihammer Krümmer nach vorne vom Zylinder trennen und
abnehmen. Halteschraube des Vorschalldämpfers am Heckrahmen rechts lösen. Halteschrauben des Heckrahmens oben lösen. Vergasermanschette am Zylinder lösen und mit leichtem Abklappen des Heckrahmens Vergaser vom Zylinder abziehen. Auf Kabelverbindungen achten, die auf Zug gehen könnten.
Motorblock mit hydraulischem Heber oder vergleichbarem so anheben, das der Rahmen nicht mehr belastet wird. Jetzt Gummistopfen der unteren Rahmenhalterung entfernen und die 13mm Schrauben lösen und mit Steckschlüsselverlängerung der kleinen ¼Zoll Ratsche vorsichtig zur Seite mit Hammer austreiben. Vordere Rahmenhalterung links am Rahmen und Haltebolzen vorne am Motor lösen und entnehmen. Motorblock nach hinten kippen ( jetzt kann der Kühlerschlauch abgezogen unten links am Kühler abgezogen werden). Motor nach links aus dem Rahmen heben.
Jetzt geht es mit dem Rep-Handbuch weiter. Einbau natürlich in umgekehrter Reihenfolge

Anregungen gerne gesehen!
 
Zuletzt bearbeitet:
Habs nicht gelesen, aber Danke für deine Mühe! Toll wenn Leute ihre Erfahrungen teilen! Ich hoffe ich brauch es nie ;-)

:1400:
 
Fotos wären wirklich super, aber ist der Motorausbau nicht sogar auch im Reparaturhandbuch beschrieben ?
Um die Krümmerfedern abzunehmen, muss man eigentlich gar nicht die Inbusschrauben lösen,
mit ner Spitz- oder Wasserpumpenzange geht das eigentlich ganz gut, hab nur grad mal stichpunktartig überflogen ^^
 
Ohne Ölsen der Inbusschrauben am Flansch ging es bei mir nicht. Zuviel Dampf auf der Feder! Bilder, sorry, in meiner Bastelbude waren es minus 6 Grad. War froh dass es vorbei war und ich dem Motor ins Warme nehmen konnte. Beim Einbau war das Gefriere noch mal am Start!:)
 
Thermoskanne mit Tee und irgendwann nach "Level Schnauze" voll habe ich mir auch mal nen Heizlüfter (doch Weichei!) besorgt. Der ist aber schon in der ersten Session verreckt :(

Soll ich den Text als Link nochmal irgendwo als PDF hinterlegen, oder findet Ihr das alle Bullshit?
 
Also ich finds super! heidenrespekt vor der arbeit, die du mem beschrieb gemacht hast. danke!it d
 
mit einem Schlagschrauber ist man bedeutend schneller und braucht kein extra Werkzeug ...
 
Sowas ist der Grund warum ich als Einspritzerfahrer regelmäßig im Vergaserbereich herum streune!:yes:

Super!
 
Also ich finde das Saugeil!!!

Bin selbst grad dabei alles vorzubereiten um bei meiner lc4 Zylinderkopf und Fußdichtung zu wechseln!! Da sind Beiträge wie diese GOLD wert!!!!!!

ps: Wenn es eine detailierte Anleitung gibt um die Dichtungen zu wechseln wäre ich sehr verbunden den Link gepostet oder sonst was zu kriegen!!!
 
Okay, wenn Interesse besteht tippe ich heute nochmal weiter, bis der Motor gespalten ist.
Wird natürlich auch ein wenig aus dem Gedächtnis heraus gemacht und wenn es fertig ist,
poste ich noch einen Link wo die PDF Datei dazu liegt.

mit einem Schlagschrauber ist man bedeutend schneller und braucht kein extra Werkzeug ...

Für den, den ich leihen könnte, fehlt mir der 2000ltr. Kompressor:pleasantry:
 
Einen Nachtrag habe ich noch. Für mich ist das mitunter wichtigste Bauteil das Ölsieb auf der Ablassschraube. Es sollte 100%ig in Ordnung sein, damit kleine Metallmeteroriten nicht freie Bahn zu den schmierkritischen Stellen bekommen, von der Ölpumpe zerkaut werden oder Leitungen zusetzen! So, Thema fertig!
 
Habs zwar nicht durchgelesen, aber scheint sehr umfangreich geschildert. Top arbeit! ;)

Hoffentlich brauch ich die Anleitung nicht so schnell!^^
 

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