690 & 701 Öl 10W50 oder 15W60

Nachtrag zum Zwickelverschleiß. So sieht das ungefähr aus, Keine Ahnung, wie viele Zylinder ist vermessen musste. Etliche....
Wir hatten damals allerlei erprobt, Öle, Ringvorspannungen, Ringbreiten, etc. Leider habe ich mich damals nicht für die Chemie der Öle interessiert. Sonst würde ich hier nicht soviele Fragen stellen. Außerdem waren das mineralische Öle und keine vollsynthetischen.


Darum gleich die nächste Frage. Motul wirbt ja explizit mit Estherölen. Was nutzt denn Motorex für eine Basis? Ich kenne von damals eigentlich nur synthetische Estheröl. Aber ich bin da, wie gesagt dreißig Jahre raus.
 
Kurzes Update meinerseits:

Die 3 Liter Motorex 20W-60 und auch das Oil-Check Set sind heute bei mir eingetroffen.
Was ich bei der Bestellung auf Amazon damals gar nicht gecheckt habe ist, dass ich das Oil-Check Set als Ösi-Privatanwender nur bestellen konnte, da es ein Warehouse Deal war.
Das bedeutet, es hatte mal jemand zurückgeschickt und nur dadurch konnte ich es dann auch als Österreicher kaufen.
Das Set ist natürlich unbenutzt und vollzählig, nur die Verpackung war halt schon mal geöffnet.

Also auch weiterhin kann man als Österreicher das Set nicht bestellen, wenn man es nicht gerade zufällig "second hand" bekommt.
Ist in meinen Augen eigentlich ein Witz, aber egal. Öfter wie einmal mach ich das eh nicht.
Ich hab übrigens 80,80€ für das Set bezahlt. Weiß nicht wieviel es original neu kostet?


Lange Rede, kurzer Sinn:

War heute auf meiner Hauststrecke unterwegs und nach ordentlich Feuer lag der Öldruck (bei 95° Celsius Öltemperatur) bereits konstant bei 0,9bar:

20230525_175258.jpg

20230525_175310.jpg

Öldruck Motorex 20W-60 nach 2200km Jala 95° Öltemperatur.jpg


Wieder zuhause angekommen, lag der Öldruck dann bei 86° Celsius Öltemperatur aber wieder bei 1,1bar:

Öldruck Motorex 20W-60 nach 2300km bei 86° Öltemperatur.jpg

Gesamt hab ich jetzt nicht ganz 2300km auf das Motorex draufgefahren und bei ~2500km hätte ich vor dass ich dann einen Ölwechsel mache und eine Ölprobe davon nehme.
 
Wenn du dir einen kostenlosen Account bei LogoIX anlegst, bist du ein Deutscher und die senden das Paket nach.
Meist du, man könnte es dann bestellen?
 
Ich hatte letztes Jahr meine Adresse welche ich auf Amazon hinterlegt habe, mal testweise nach Deutschland verlegt und da hätte ich es dann bestellen können.
Aber mit einer österreichischen Lieferadresse konnte ich es nicht bestellen sondern es hat mir nur angezeigt, dass der Artikel momentan nicht verfügbar ist.

Gleich wie jetzt:

Screenshot_20230525_231011_Amazon Shopping.jpg
 
Sieht zumindest professionell aus und günstiger als oelcheck.com sind sie auch.
Kannte ich bisher aber nicht.
 
So, nachdem ich das Pfingstwochenende bewusst ausgelassen habe, bin ich heute dann eine 230km Runde gefahren und hab damit die 2500km mit dem Motorex 20W-60 voll gemacht (ODO zu Beginn der Saison 40.500km):

20230529-161224.jpg

Der Öldruck liegt nach 2500km irgendwo zwischen 1,0..1,1bar:

Öldruck Motorex 20W-60 nach 2500km bei 86° Öltemperatur.jpg

Das sind also ziemlich exakt 0,4bar weniger Öldruck als bei frischem Öl.

Ich hab dann die Ölablassschraube ein wenig herausgedreht, gerade soviel dass Öl ausgelaufen ist, und hab so eine Ölprobe in das mitgelieferte Gefäß von oelcheck.com eingefüllt:

20230529_163024.jpeg

Ich hab deshalb jetzt keinen kompletten Ölwechsel gemacht, da ich Ende der Woche Termin am Prüfstand habe und nächstes Wochenende dann ein großes Service am Moped (Ölwechsel, Nockenwellen Wechsel, Ventilspiel Kontrolle, und hast du nicht gesehen) machen möchte.

Grundsätzlich wäre jetzt der Zeitpunkt wo ich das Öl wechseln würde, aber die 200-300km die ich diese Woche dann noch fahren werde, wird es auch noch überleben.

Auf den 2500km hab ich nie Öl nachgefüllt, nur ist das Motorex jetzt halt noch mit ~140ml alten Motul 15W-60 300V von letzter Saison vermischt, denn komplett bekommt man das alte Öl beim Ölwechsel halt einfach nicht raus.
Obwohl ich das Moped den ganzen Winter ausbluten hab lassen, hab ich nur 1550ml Motorex zu Beginn der Saison eingefüllt, bei einem gesamt Ölvolumen des Motors von 1,7 Liter.

Morgen geht die Ölprobe zur Post und vielleicht hab ich bis Ende der Woche dann auch schon das Ergebnis.
 
Zuletzt bearbeitet:
So, das Ergebnis der Ölprobe ist soeben per E-Mail eingetroffen:

Screenshot_20230607_162152_Adobe Acrobat.jpg

Somit würde ich sagen hab ich alles richtig gemacht.
Die Viskosität des Öls liegt mit 13,17mm²/s gerade noch im Bereich eines SAE40 Öls (12,5-16,2mm²/s) :rolleyes:
Neu hat das Motorex 20W-60 eine Viskosität von 24,2mm²/s!

Das ist schon heftig und dass es so extrem ist, damit hätte ich ehrlich gesagt jetzt auch nicht gerechnet.

Dass der Kraftstoffeintrag mit 3,8% nach 2500km doch schon so erhöht ist, ist beim Einzylinder zwar jetzt nicht unbedingt ungewöhnlich, aber trotzdem wundert es mich dass er doch schon so hoch ist.
Ich würde jetzt nämlich auch nicht behaupten dass ich sonderlich fett unterwegs bin.
Klar gurke ich jetzt nicht mit Lambda1 durch die Gegend, aber ich bewege mich eigentlich immer im Bereich AFR 12,8-14,0.
Ich bin auch keine Kurzstrecken gefahren, sondern immer so um die 100-200km pro Ausfahrt.

Zusammenfassend nehme ich für mich persönlich daraus mit, dass ich ein Wechselintervall von 2500km definitiv beibehalten werde.
Und nebenbei zeigt es mir auch, dass meine Öldruckanzeige durchaus ein aussagekräftiger Indikator für den Ölverschleiß ist.
 
6 Monate Arbeit an dem Motor sollten schließlich ja auch nicht ganz umsonst gewesen sein :)
 
Vielen Dank für die Mühe und Bericht !

Sehr aufschlussreich …….

Grüße Badmick
 
Das ist wirklich spannend, das hätte ich so nicht erwartet, dass die Viskosität so in den Keller geht. Und ich nutze das Öl früher 10.000km.Dumme Entscheidung :(

Bleibt die Frage, ob der Effekt aufhört, wenn die Viskositätsveränderer zermalen sind, oder ob das Grundöl auch verhakt wird. Also doch so oft wie möglich wechseln. Und für Rennwochenenden auf jedem Fall ein 20W-60 rein
 
Vielen Dank für die Mühe und Bericht !

Sehr aufschlussreich …….

Grüße Badmick

Ich würde solche Tests gerne öfter machen, weil mich das Thema grundsätzlich einfach auch interessiert, aber auf Dauer wäre mir das ehrlich gesagt halt einfach zu teuer.

Einmal wollte ich es gemacht haben, damit ich auch mal Fakten am Tisch hab, aber dafür dass ich jede Saison 2-3 Ölproben analysieren lasse, dafür käme mir der Spaß wie gesagt dann doch zu teuer.

Ich persönlich bin heilfroh dass weder Wasser noch Frostschutzmittel in der Ölprobe gefunden wurde.
Ich scheue Kühlmittel im Öl wie der Teufel das Weihwasser (man könnte es schon fast als Phobie bezeichnen), und auch wenn ich meinen Kühlmittelstand genauso akribisch im Auge behalte wie meinen Ölstand, so ist es dann doch ein beruhigendes Gefühl wenn dann auch tatsächlich kein Tropfen Kühlmittel im Öl nachgewiesen wird.

Auf der anderen Seite gibt mir der erhöhte Kraftstoffeintrag aber schon etwas zu denken.
Wie gesagt, ich würde jetzt nicht behaupten zu fett unterwegs zu sein (gleichbleibender Durchschnittsverbrauch auf den 2500km lediglich 4,7L/100km!) , und dass dann trotzdem 3,8% Kraftstoffeintrag festgestellt wurden, finde ich jetzt nicht unbedingt so prickelnd.

Ich bin daher am überlegen ob ich zumindest im Leerlauf mein Gemisch wieder auf Lambda1 korrigiere.
Ich habe die Möglichkeit diese Option in der ECU zu aktivieren sodass im Leerlauf, und nur im Leerlauf, die ECU das Gemisch automatisch anhand der Signale der Sprungsonde dann auf Lambda1 korrigiert.

Diese Option hab ich bisher immer nur vor der Pickerl Überprüfung aktiviert damit es da keinen Streß mit den Abgaswerten gibt, aber nun bin ich am Überlegen ob ich das nicht dauerhaft aktiviere.
Ob das viel bringen wird weiß ich nicht, aber der Kraftstoffeintrag von 3,8% wurmt mich schon ein wenig muss ich zugeben, und das möchte ich jetzt dann soweit wie möglich noch etwas in den Griff bekommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich wundere mich da wirklich, wie da z.B. mein Fiatl damit umgeht, dass kein Mensch jemals Öl kontrolliert, somit keiner nachfüllt und der 2l Motor, der oft auch gescheucht wird, alle 30 k neues Öl bekommt.
Welches, weiß ich gar nicht.
 
Naja, die Prozesse im Motor sind nahezu dieselben und Kolben sind auch drin, die Sprit ins Öl lassen können, wenn auch nur Dieselöl.
 
Naja, die Prozesse im Motor sind nahezu dieselben und Kolben sind auch drin, die Sprit ins Öl lassen können, wenn auch nur Dieselöl.
Der grundlegende Unterschied ist das integrierte Getriebe. In Getrieben erzeugen die Zahnräder an der Berührungslinie extrem hohe Spannungen und gleichzeitig eine leichte Relativbewegung, zumindest bei Ein- und Auslauf, nicht im Bereich der höchsten Spannung. Und genau das hast Du ansonsten im Motor nur an den Nockenwellen. Auch Wälzlager belasten das Öl anders als Gleitlager. In meinen Benzin Autos fahre ich heutige synthetische Öle bedenkenlos 70.000km. Es geht trotzdem alles andere weit vorher kaputt. Was soll man also teure Ölwechsel machen, wenn eh nach zwanzig Jahren die Karosserien auf sein? Das ist bei Mopeds anders. Die halten viel länger und es sind eigentlich immer die Motoren, ist irgendwann den Geist aufgeben, wenn es nicht Standschäden sind.

Für Schrägverzahhnte Getriebe gibt es extra Hypoidöle. Allerdings sind das noch weiter verschärfte Bedingungen, weil Relativbewegungen in zwei Richtungen treten.

 
Ich bin daher am überlegen ob ich zumindest im Leerlauf mein Gemisch wieder auf Lambda1 korrigiere.
Heutige Motoren haben meiner Ansicht nach eine zu tiefe Öltemperatur, darum geht das Benzin nur langsam wieder raus. Auch die restriktiven Ölabscheider der Motorentlüftung sind meiner Meinung nach kontraproduktiv. Bleibt die Frage, ob der Viskositätsabbau wirklich am "Zerkacken" liegt, oder am Benzinanteil. Eigentlich müsste man jetzt zu neuem Öl 3,5% Benzin geben und dann testen. Wollen wir das alle gemeinsam bezahlen? Das Ergebnis würde mich brennend interessieren.

Ansonsten sind vermutlich regelmäßige kurze Vollgasorgien mit entsprechend hohen Öltemperatruren ein Weg, um das Benzig aus dem Motor zu bekommen.
 
Ich glaube dass der Viskositätsverlust überwiegend durch das zermalen der VI Verbesserer zustande kommt und zwar aus dem einfachen Grund, weil bei folgender Ölanalyse die Viskosität des Motorex 10W-60 4T Crosspower auch schon auf 13,69mm²/sec abgefallen war, und das nach lediglich 1800km, obwohl der Kraftstoffeintrag <0,5% lag und zusätzlich auf den 1800km sogar 300ml Frischöl nachgefüllt wurden:

Screenshot_20230607_175033_Gallery.jpg

P.S.: er weist sogar in der Beschreibung darauf hin dass der Viskositätsverlust offensichtlich nicht durch exzessiven Kraftstoffeintrag ins Öl zustande gekommen ist, sondern durch das Zermalen der VI-Verbesser im Motor selbst.
 
Zuletzt bearbeitet:

Neueste Themen

Zurück
Oben