Ich schaue nachher in der Werkstatt nach den Bezeichnungen

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So, Tesa 51026/51036 und Certoplast 514. Die Klebebänder sollte man in verschiedenen Breite haben, 9mm um beispielsweise Abzweigungen zu bewickeln, breitere Bänder zum Bündeln. Von dem 51026 Band habe ich eine Sleeve-Variante 09, das ist ein 78mm breites Band mit 2 Klebeflächen: 1x schmal um es am Kabelbaum zu fixieren, 1x breit um das Sleeve nach dem Umschlage zu verkleben. Bei Motorradkabelbäumen lohnt es sich aufgrund der kurzen Stücke zwischen den Abzweigen kaum so etwas zu nutzen, zudem kostet eine Rolle ca. 150.-€. Glücklicherweise habe ich die mal als Muster bekommen

, funktioniert nämlich super.
Zum Bewickeln noch folgende Bemerkung: Immer am Ende/Stecker anfangen, so verriegelt an die Bewicklung, d.h. das Ende löst sich nicht so schnell. Die Abzweigungen immer als letztes bearbeiten, damit legt man alle Enden fest. Möglichst immer mit sauberen Händen und Kabeln arbeiten, umso besser ist die Klebkraft.
Die Bougierrohre/Kabelschläuche sind bei fest verlegten Abschnitten gut, haben bei beweglichen Teilstücken (Beispiel Lenkkopfbereich) den Nachteil, dass sie igendwann brechen. Das löst dann als Folge oft auch einen Bruch der Kabelisolierung aus. Vom Schutz sind die entsprechenden Bewicklungen nicht schlechter, aber aufwändiger herzustellen. Um einen guten Scheuerschutz herzustellen und trotzdem die Flexibilität zu erhalten bietet es sich an entsprechenden Stellen an, den Kabelbaum mit Geflechtschlauch zu schützen, die Enden dan entweder mit Gewebeband oder Schrumpfschlauch fixieren.
Schrumpfschlauch hat ebenfalls Vor- und Nachteile: Insbesondere wenn man die minimale Schrumpfung ausnutzt wird er durch die höhere Wanddicke ebenfalls recht steif. Es gibt übrigens verschiedene Schrumpfraten, typisch 1:2, als weiter Bereich 1:4. Mit dem 1:4 kann man teilweise Kabel umschrumpfen ohne Stecker auspinnen zu müssen.
@Weity1980 Du kannst es so lassen wie es ist, bei einer Enduro würde ich es ändern. Kontrolliere es nach 1 Jahr, dann kannst Du immer noch handeln.
Ich fertige übrigens Kabelbäume am Motorrad direkt an. Somit kann man Probleme in Bezug auf Scheuern und Einklemmen gut erkennen, gff. durch die Montage des Tanks, der Verkleidungen und der Sitzbank immer die Passform testen, oder Platz schaffen. Zusätzliche Kabelbäume lege ich immer extra, das ist von der Möglichkeit der Verlegeweise meiner Meinung nach oft einfacher. Die auf den Bildern gezeigten Scheuerprobleme entstehen ja auch dadurch, dass zu dicke Abschnitte mit zu wenig Platz verlegt wurden. Weiterhin kann man einfachen reagieren, wenn sich Leitungen stören. Dieses ist mir zwar auch erst 1 Mal passiert, konnte aber schnell behoben werden. Eine Abgriffleitung für einen Drehzahlmesser wurde bei paralleler Verlegung um Kabelbaum beeinflusst, die angezeigten Werte waren falsch. Seit Verlegung mit Abstand ist alles ok, vielleicht wäre auch die Nutzung eines Abschirmgeflechtes eine Lösung gewesen.
Letztlich hat jeder seine eigene Philosophie, bzw. Vorstellungen und Erfahrungen. Es kommt immer darauf an, was man erreichen möchte, bzw. welche Anforderungen das Projekt hat. Die werksseitige Ausführung ist nicht immer ideal, da kann man auch schon einmal etwas verbessern.
Hier noch Einkaufsquellen für das entsprechende Material:
www.kabelknecht.de , dort gibt es viele Sachen, die im Text genannt wurden, insbesondere KFZ-Kabel FLRY in extrem vielen Farb- und Querschnittsvarianten
www.reichelt.de , Elektronikbedarf mit sehr großem Sortiment, preislich oft interessant
www.kabelschuhe-shop.de , der Name sagt es