Kabelbaum Optimierung

Das Problem ist bei vielen Herstellern bekannt. Wie ich an anderer Stelle schon geschrieben habe, sind gefühlt keine Praktiker mehr am Werk. Das wird nur noch kosten- und montagefreundlich zusammengemalt, was am Ende als Ganzes herauskommt kann sich keiner vorstellen. Teilweise in Einzelmodule aufgeteilt wissen einge Leute gar nicht wozu sie etwas konstruieren. Dann auch noch der Zwang, jedes Jahr neue Modelle mit neuem Schickimicki rausbringen müssen.

Weiterhin werden solche Fehler dann auch noch in den Werkstätten eingebaut. Ich habe schon von einigen Leuten gehört, dass nach einer Inspektion Verkleidungsteile oder auch die Sitzbank nicht mehr passten. Durch die notwendige Demontage von Teilen um einfache Arbeiten wie Öl- und Filterwechsel durchzuführen wird etwas verändert, kann aber nur mit hohem Zeitaufwand wieder sachgerecht zurückgebaut werden (eben für die Erstmontage optimiert). Und dann noch die Könner unter den Bastlern, die sich keine Gedanken machen. Eigentlich müsste dieser Thread Pflichtlektüre werden!
 

Das ist richtig.
Wobei ich aber auch erst jetzt gesehen habe dass dieses Gewebeband eigentlich für den Fahrzeuginnenraum gedacht ist.
Da gibt es also sicher besser geeignete, die speziell für den Motorraum gemacht sind.

Wird zwar jetzt nicht die große Rolle spielen, aber Gewebebänder für den Motorraum sind dann nochmal temperaturfester und sind resistenter gegen Öl, Benzin und äußere Umwelteinflüsse.

Also wenn noch nicht bestellt, dann vielleicht besser nach einem Gewebeband suchen das speziell für den Motorraum konzipiert ist.
 
Für die Warnblinkanlage, die ich derzeit mit 2 Relais umgesetzt habe, hab ich mir heute ein Relais mit 2× Wechsler bestellt.

Dachte ich zumindest...

Screenshot_20231109_075704_Chrome.jpg

Aber man sollte eben immer auch auf das Kleingedruckte achten, denn bekommen hab ich das hier:

20231111_091630.jpg

Es gibt dasselbe Relais in 2xWechsler Ausführung und in 2x Schließer Ausführung.
Ich Depp hab natürlich genau das falsche bestellt.
War aber mein Fehler weil ich bei der Bestellung zu wenig auf die exakte Bezeichnung geachtet habe.

Da ich aber keinen Bock habe das andere Relais auch noch zu bestellen und selbst das 2xSchließer Relais schon sehr sportlich groß ist, bleiben jetzt die beiden Mini-Relais drinnen die ich derzeit auch in Verwendung habe.
 
Das benutzte Klebeband ist für den Innenraum, etwas flauschig um Klappergeräusche zu vermeiden und zu dämpfen. Baumwolle ist nicht die erste Wahl in möglicherweise feuchter Umgebung.
 
Baumwolle ist nicht die erste Wahl in möglicherweise feuchter Umgebung.

Ist es nur nicht die erste Wahl, oder würdest du sagen runter wieder damit und neues drauf?
Ich hab jetzt schon alles sauber eingepackt, aber noch wäre es für einen Wechsel nicht zu spät

20231111_094341.jpg
 
Harley´s fährt man nicht im Regen, deswegen haben die genau das Band verwendet ( auf alle Fälle hinter der Verkleidung vorne )
 
Auch der Kabelbaum von @Yachti war zur Gänze mit so einem Baumwoll Gewebeband umwickelt.
Mir ist es deshalb aufgefallen, weil es sich einerseits relativ einfach lösen ließ ohne Rückstände zu verursachen aber andererseits hat man es auch gerochen, weil es zu müffeln beginnt wenn es nass wird.

Grundsätzlich spielt der Geruch ja eh keine Rolle und ich hab bei mir jetzt auch nicht den kompletten Kabelbaum damit umwickelt (so wie es beim Kabelbaum von Helmuth der Fall war), aber wenn ich jetzt darüber nachdenke weiß ich nicht ob nicht genau das vielleicht der Grund dafür war, warum die Leitungen in Helmuths Kabelbaum schon relativ hart waren.
Wenn das Gewebeband die Feuchtigkeit "speichert", weiß ich nicht ob das so gut ist für die Isolierungen der Kabel?
 
Ich würde jetzt grundsätzlich sagen dass ich es drauf lassen kann.
Das Gewebeband bildet bei mir nur die "Deckschicht" an den Knotenpunkten des Kabelbaums und dient mehr oder weniger nur dazu um diese Knotenpunkte zusätzlich nochmal vor Scheuerstellen zu schützen.
Unter dem Gewebeband hab ich die Knotenpunkte sowieso komplett mit Isolierband umwickelt, also sollte hier auch Feuchtigkeit, die ggf. im Gewebeband sitzt, keinen Einfluss auf meine Leitungen haben.

Aber wenn du sagst, mache es besser neu bzw. anders, dann mach ich das :yes:
Streß hab ich ja keinen und ich hab auch nicht vor dass ich den Kabelbaum dann irgendwann nochmal ausbaue, also sollte das alles schon beim ersten mal Hand und Fuß haben.
 
Das hier ist übrigens genau der Grund dafür warum ich die originalen PVC Schutzschläuche bei diesem Kabelbaum unbedingt beibehalten wollte

20231111_105116.jpg

Genau das war zwar auch die größte Herausforderung, weil es weitaus einfacher und schneller gegangen wäre alles aufzuschneiden, alle Leitungen so zu verlegen wie man es braucht und danach alles einfach wieder mit Klebeband oder Gewebeband zu umwickeln, als mühsam jede einzelne Leitung in die vorhandenen Schutzschläuche einzuziehen, aber der Schutz den diese PCV Schläuche dem Kabelbaum bieten, bekommt man mit einem Isolierband oder Gewebeband niemals hin.

Das traurige ist, daß weder mein originaler Kabelbaum, noch der Spenderkabelbaum von @Yachti in diesem Umfang mit PVC Schutzschläuchen versehen war.
 
Die Schläuche hat bei und der Bosch Dienst in verschiedenen Durchmessern.
 
Für die Warnblinkanlage, die ich derzeit mit 2 Relais umgesetzt habe, hab ich mir heute ein Relais mit 2× Wechsler bestellt.
für die Warnklinkfunktion wäre so ein Relais auch eine Option:

hättest weniger Verkabelungsaufwand.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Schläuche hat bei und der Bosch Dienst in verschiedenen Durchmessern.

Ja das ist klar, aber ich habe ja meine Leitungen in die vorhandenen Schläuche eingezogen damit das zum Schluss dann ein einzelner, sauberer und durchgehender Kabelbaum wird.
Und genau das war eben alles andere als einfach hier sämtliche meiner eigenen Leitungen in den originalen Kabelbaum einzubinden und diese dann auch in die vorhandenen Schläuche mit einzuziehen.

Ursprünglich hatte ich ja geplant ich mache einen separaten Kabelbaum für mein Zeug und verbinde diesen dann mittels Steckern mit dem originalen Kabelbaum.
Aber im Grunde wäre das dann nicht viel anders gewesen als ich es jetzt eh auch habe.
Und da hast dann wieder zig Schläuche und Leitungen quer durchs Moped fliegen.

Insofern hatte ich Glück dass ich nun so gut wie alles von meinem Zeug im Hauptkabelbaum unterbekommen habe.
Aber das war halt eben auch nicht gerade wenig Aufwand das so umzusetzen.
 
Zuletzt bearbeitet:
für die Warnklinkfunktion wäre so ein Relais auch eine Option:

hättest weniger Verkabelungsaufwand.

Wäre grundsätzlich vielleicht eine Option gewesen, aber mit meinem Warnblinkschalter, den ich auf der linken Lenkerarmatur habe, und zusätzlich noch die Warnblink-LED im Tacho + die Standlichtringe die ich beim Warnblinken wahlweise orange mitblinken lassen kann oder auch nicht, hätte das so nicht funktioniert.

Ich hab praktisch eine vollwertige Warnblinkanlage, während das mit dem Relais nur so eine halbherzige Lösung gewesen wäre.

Hier hab ich ein Video wo man das sieht.
(den Tacho hatte ich da gerade ausgebaut, weil ich ihn da auch gerade umgebaut habe)

 
Zum Beispiel kann ich meine Warnblinkanlage auch einschalten wenn die Zündung an ist, aber der Kill Switch betätigt ist.
Das hab ich deshalb gemacht, weil dadurch wirklich alles tot ist, bis auf die Warnblinkanlage.
Da bekommt dann weder ein Steuergerät, noch irgendein anderes Bauteil Saft, auch nicht das normale Licht, sondern nur die Warnblinkanlage (und die beiden Bremslichtschalter) funktionieren.
Das soll verhindern dass es mir die Batterie leersaugen kann wenn ich das Moped mit einschaltener Warnblinkanlage mal irgendwo länger stehen habe.

Also das ist alles etwas komplexer umgesetzt.
Hat aber durchaus alles auch seinen Sinn.
 
Ich schaue nachher in der Werkstatt nach den Bezeichnungen :) .

So, Tesa 51026/51036 und Certoplast 514. Die Klebebänder sollte man in verschiedenen Breite haben, 9mm um beispielsweise Abzweigungen zu bewickeln, breitere Bänder zum Bündeln. Von dem 51026 Band habe ich eine Sleeve-Variante 09, das ist ein 78mm breites Band mit 2 Klebeflächen: 1x schmal um es am Kabelbaum zu fixieren, 1x breit um das Sleeve nach dem Umschlage zu verkleben. Bei Motorradkabelbäumen lohnt es sich aufgrund der kurzen Stücke zwischen den Abzweigen kaum so etwas zu nutzen, zudem kostet eine Rolle ca. 150.-€. Glücklicherweise habe ich die mal als Muster bekommen :love: , funktioniert nämlich super.

Zum Bewickeln noch folgende Bemerkung: Immer am Ende/Stecker anfangen, so verriegelt an die Bewicklung, d.h. das Ende löst sich nicht so schnell. Die Abzweigungen immer als letztes bearbeiten, damit legt man alle Enden fest. Möglichst immer mit sauberen Händen und Kabeln arbeiten, umso besser ist die Klebkraft.

Die Bougierrohre/Kabelschläuche sind bei fest verlegten Abschnitten gut, haben bei beweglichen Teilstücken (Beispiel Lenkkopfbereich) den Nachteil, dass sie igendwann brechen. Das löst dann als Folge oft auch einen Bruch der Kabelisolierung aus. Vom Schutz sind die entsprechenden Bewicklungen nicht schlechter, aber aufwändiger herzustellen. Um einen guten Scheuerschutz herzustellen und trotzdem die Flexibilität zu erhalten bietet es sich an entsprechenden Stellen an, den Kabelbaum mit Geflechtschlauch zu schützen, die Enden dan entweder mit Gewebeband oder Schrumpfschlauch fixieren.

Schrumpfschlauch hat ebenfalls Vor- und Nachteile: Insbesondere wenn man die minimale Schrumpfung ausnutzt wird er durch die höhere Wanddicke ebenfalls recht steif. Es gibt übrigens verschiedene Schrumpfraten, typisch 1:2, als weiter Bereich 1:4. Mit dem 1:4 kann man teilweise Kabel umschrumpfen ohne Stecker auspinnen zu müssen.

@Weity1980 Du kannst es so lassen wie es ist, bei einer Enduro würde ich es ändern. Kontrolliere es nach 1 Jahr, dann kannst Du immer noch handeln.

Ich fertige übrigens Kabelbäume am Motorrad direkt an. Somit kann man Probleme in Bezug auf Scheuern und Einklemmen gut erkennen, gff. durch die Montage des Tanks, der Verkleidungen und der Sitzbank immer die Passform testen, oder Platz schaffen. Zusätzliche Kabelbäume lege ich immer extra, das ist von der Möglichkeit der Verlegeweise meiner Meinung nach oft einfacher. Die auf den Bildern gezeigten Scheuerprobleme entstehen ja auch dadurch, dass zu dicke Abschnitte mit zu wenig Platz verlegt wurden. Weiterhin kann man einfachen reagieren, wenn sich Leitungen stören. Dieses ist mir zwar auch erst 1 Mal passiert, konnte aber schnell behoben werden. Eine Abgriffleitung für einen Drehzahlmesser wurde bei paralleler Verlegung um Kabelbaum beeinflusst, die angezeigten Werte waren falsch. Seit Verlegung mit Abstand ist alles ok, vielleicht wäre auch die Nutzung eines Abschirmgeflechtes eine Lösung gewesen.

Letztlich hat jeder seine eigene Philosophie, bzw. Vorstellungen und Erfahrungen. Es kommt immer darauf an, was man erreichen möchte, bzw. welche Anforderungen das Projekt hat. Die werksseitige Ausführung ist nicht immer ideal, da kann man auch schon einmal etwas verbessern.

Hier noch Einkaufsquellen für das entsprechende Material:

www.kabelknecht.de , dort gibt es viele Sachen, die im Text genannt wurden, insbesondere KFZ-Kabel FLRY in extrem vielen Farb- und Querschnittsvarianten
www.reichelt.de , Elektronikbedarf mit sehr großem Sortiment, preislich oft interessant
www.kabelschuhe-shop.de , der Name sagt es
 
Zum Bewickeln noch folgende Bemerkung: Immer am Ende/Stecker anfangen

Ich hab's genau anders herum gemacht und hab die Umwicklung immer an einem markanten Stecker (z.B. Steuergerät oder Sicherungsbox) enden lassen, einfach aus dem Grund damit ich später irgendwann mal einfacher den Anfang finde wenn ich die Umwicklung wieder mal lösen möchte.

Natürlich hast du Recht dass man eigentlich am Stecker anfangen sollte damit es sich dort dann lösen kann, aber wenn es sich dort löst, dann wickel ich dort halt noch eine Lage Klebeband um das Ende und der Trops ist gelutscht
.
Die Bougierrohre/Kabelschläuche sind bei fest verlegten Abschnitten gut, haben bei beweglichen Teilstücken (Beispiel Lenkkopfbereich) den Nachteil, dass sie igendwann brechen.

Um den Lenkkopf herum ist original eh der Wellenschlauch und den hab ich auch genau so belassen.
Die PVC Schläuche sind sowieso fest verlegt und werden dann abschnittsweise mit Kabelbindern am Rahmen befestigt.


Ich fertige übrigens Kabelbäume am Motorrad direkt an.

Das ist natürlich die feinere Variante, aber mein Kabelbaum war ja schon mehr oder weniger vorgegeben und ich hab nur manche Komponeten entfernt und andere hinzugefügt.
Wenn man von Null auf einen Kabelbaum ans Moped adaptiert, dann kommt man aber natürlich sowieso nicht umher es direkt am Moped zu machen.

Die auf den Bildern gezeigten Scheuerprobleme entstehen ja auch dadurch, dass zu dicke Abschnitte mit zu wenig Platz verlegt wurden.

Das war hier aber witzigerweise nicht der Fall. Eher das Gegenteil dürfte hier der Fall gewesen sein.
Das ist nämlich nur die Leitung zum Rücklicht die zwischen Heckverkleidung und Heckrahmen liegt.
Da ist massig Platz und man würde da auch noch 10 solcher Leitungen reinbekommen.
Ich denke dass sie nicht am Heckrahmen mit Kabelbindern fixiert war und eben dadurch dass sie dort soviel Platz hatte dann ständig herumgeschlingert sein dürfte und dadurch aufgescheuert ist.

Letztlich hat jeder seine eigene Philosophie, bzw. Vorstellungen und Erfahrungen.

Ich hab eigentlich gar keine Philosophie und Erfahrung wäre jetzt auch übertrieben ausgedrückt.
Ich möchte einfach nur einen sauberen Kabelbaum haben damit das ordentlich aussieht und nicht x-Sachen irgendwo "planlos" dazugeflickt sind.


Vielen, vielen Dank jedenfalls für deine Ausführung :yes:
Mir taugt so etwas immer wenn ich von der Erfahrung und Sichtweise eines Profis etwas mitnehmen und daraus lernen kann um künftig auch selbst besser zu werden in dem was ich mache.
Vielen Dank dafür (y)
 

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