690 & 701 Öl 10W50 oder 15W60

Mir hatte der Pirat mal über Öl in der 640er geschrieben: "10W ist für solche Motoren zu dünn in der Viskosität. So reduzierst du auch die Temperatur". <Zitat Ende>
Ich hatte das seinerzeit nicht verstanden - auch heute noch nicht.
Ich fahre seit ewig das von KTM empfohlene Motorex 10W 60
 
10W gibt ja nur die Kaltviskosität an und die interessiert mich im Betrieb ja nicht, sondern max. beim Kaltstart.
10W gibt an dass das Öl (ich weiß es jetzt nicht auswendig) auch bei Hausnummer -35° Celsius noch ausreichend fließfähig ist um eine schnelle Durchölung des Motors zu gewährleisten.
Da würde es bei einem 20W und -35° Celsius schon etwas trüb aussehen.

Da ich aber ein Schönwetterfahrer bin der in Europa wohnt und nicht im Sibirien, und mein Moped unter +15° Celsius sowieso nicht anwerfe, genügt auch ein 20W, das dann halt "nur" bis Hausnummer -20° Celius ausreichend fließfähig ist.
Einem Ganzjahresfahrer würd ich das nicht unbedingt empfehlen, aber für den reinen Sommerbetrieb ist das absolut ausreichend.

Der Vorteil ist, je geringer die Spanne zwischen der Kaltviskosität und der Warmviskosität, desto weniger Viskositätsverbesserer braucht es.
Ein 20W braucht also weniger VI-Verbesserer um eine SAE60 Heißviskosität zu erzielen, als ein 10W oder 15W.
Und je weniger VI Verbesser dem Öl beigemischt sind, desto länger/stabiler hält das Öl dann auch seine Heißviskosität.
 
Eines muss man sich halt schon bewusst sein: je dicker das Öl, desto uneffizienter arbeitet der Motor.
Dickes Öl verursacht Reibung. Reibung kostet Leistung. Damit sinkt dann auch die Effizienz des Motors.
Was viele z.B. auch nicht wissen: Mischreibung erhöht die Effizients des Motors im Vergleich zu Flüssigkeitsreibung, nur steigt damit halt auch der Verschleiß.

Würde man in unseren Motoren anstelle von 10W-60 z.B. ein 5W-20 fahren, dann könnte man damit wahrscheinlich 3-4PS gewinnen. Kein Scherz.

Nur sind die Toleranzen in unseren Motoren nicht auf so dünnes Öl ausgelegt und daher würden unsere Motoren mit so dünnem Öl nicht lange überleben.
 
Finde die Darstellung zur „Stribeck-Kurve“ ganz passend dazu, daran wird das Ganze relativ deutlich.

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Also nur mal so, die meisten modernen Autos, die mit <5W30 gefahren werden, bewegen sich meist schon im Betriebsbereich in der Mischreibung, weil sich dadurch Verbrauchsvorteile darstellen lassen. Das Ganze hochskaliert auf Millionen von Stückzahlen macht im Bereich der Flottenverbräuche dann schon ordentlich was aus - monetär gesehen. Dass die Lebensdauer des PKW-Motors dadurch abgesenkt wird, lassen wir mal unter den Tisch fallen.
 
Bin heute eine Runde gefahren und hab jetzt 1750km mit dem Motorex auf der Uhr.

Keine Ahnung warum, aber während zwischen 1000km und 1500km kein Unterschied zu vernehmen war, hat ihm heute die ~260km Runde anscheinend nicht so richtig geschmeckt.
(ich muss aber auch dazu sagen dass ich heute zum ersten mal in dieser Saison dann auch mal etwas engagierter unterwegs war)

Öldruck Motorex 20W-60 1000km-1500km-1750km.jpg

Morgen werd ich die 2000km voll machen und dann schau ma nochmal.
 
Hab heute dann 2000km mit dem Motorex 20W-60 voll gemacht (2030km um genau zu sein).

Leider stellt sich jetzt zunehmend Ernüchterung ein, denn auch so wie ich es beim Motul 15W-60 300V exakt nach 2000km hatte, so hat auch heute beim Motorex 20W-60 meine Öldruckkontrollleuchte bereits sporadisch geflackert (Öldruck <1,0bar) nachdem ich das Moped einen Pass hochgeprügelt habe.

Hier der Vergleich im Öldruck vom Motorex 20W-60 nach 1000km und jetzt nach 2000km:

Vergleich Öldruck Motorex 20W-60  1000km+2000km.jpg

Auf den ersten 1000km hat das Motorex nur 0,1bar Öldruck verloren, aber zwischen 1000km und 2000km hat es jetzt 0,2bar verloren.
Das deckt sich so ziemlich exakt mit dem Motul 15W-60 300V.

Im Moment bin ich zwar bei normaler Fahrweise noch über 1bar Öldruck im Leerlauf, aber sobald das Moped ordentlich Feuer bekommt (Öltemperatur über 90° Celsius), flackert die Öldruckkontrolleuchte im Leerlauf dann immer wieder mal auf.

Im Grunde ist es genau dasselbe wie es auch beim Motul 300V war.
Und ich schätze in ~300km wird dann auch die Öldruckkontrollleuchte bereits bei normaler Gangart zu flackern beginnen, so wie es eben dann auch beim 300V der Fall war.


Jetzt frag ich mich natürlich, bin ich einfach zu anspruchsvoll und sollte ich meine Erwartungen, bzw. die "Grenze", welche ich mir persönlich als minimalen Öldruck gesetzt habe, etwas herunterschrauben, oder liegt es einfach naturgemäß daran, dass beides eben Racing Öle sind, die einfach nicht auf Langlebigkeit ausgelegt sind?

Ich meine ganz ehrlich, zwischen 1,43bar im Neuzustand und 1,0bar als meine unterste Grenze beim Öldruck, liegen 30% Viskositätsunterschied.
Natürlich könnte ich "mit meinen Ansprüchen" auf Hausnummer 0,8bar mind. Öldruck runtergehen, aber dann wären wir schon bei über 40% Viskositätsunterschied zwischen neu und "verschlissen".
Das kann ja auch nicht Sinn und Zweck der Übung sein, oder?

Ich weiß jetzt halt nicht was ich machen soll.
Vom Motorex hab ich noch 0,5L übrig und entweder ich bestell mir einen Liter dazu und mach damit dann in ~500km einen kompletten Ölwechsel, oder ich teste noch ein anderes Öl.

Eigentlich finde ich es schade, denn nach den ersten 1000km und auch bei 1500km hatte ich noch große Hoffnung in das Motorex gesteckt, aber die letzten 500km kam jetzt dann etwas die Ernüchterung.
Vorallem waren die ersten 1500km aufgrund der bescheidenen Witterungsverhältnisse auch nicht besonders fordernd für das Öl, sondern richtig Haue gab's jetzt eigentlich erst die letzten beide Tage bzw. 500km.
Das Motul hatte ich letzte Saison sicher mehr gefordert, denn da war Hochsommer und die durchschnittliche Motordrehzahl lag da im Schnitt sicher um 1500U/min höher.

Um noch ein persönliches Fazit zwischen Motorex 20W-60 und Motul 15W-60 300V abzugeben:
Ich bin der Meinung die beiden schenken sich nichts.

Interessant und sicherlich aussagekräftiger wäre natürlich eine Ölanalyse der beiden Öle nach 2500km, aber 100€ pro Analyse ist mir der Spaß dann ehrlich gesagt auch nicht wert.


P.S.: Der Ölverbrauch lag auf den 2000km, gleich wie mit dem 300V, bei Null

20230521_164307.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Deine Zweifel und Ansprüche sind absolut berechtigt…….

Irgendwann müssen die Motoren doch auch mal verschleißen (Ironie), das Öl hilft hier halt dazu.

Immerhin haben wir jetzt die Gewissheit, dass ein Ölwechsel nach ca. 2.000 km beim Einzylindermotor sinnvoll
sein kann, unter VerschleißAspekten betrachte.

Danke für die Mühe !

Grüße
Badmick
 
Naja, auf der anderen Seite gibt es aber auch Leute die halten sich an die, von KTM vorgegebenen, 10.000km Öl-Wechselintervalle und haben damit auch schon über 100.000km auf der Uhr.

Also frag ich mich schon ob ich da vielleicht etwas zu sensibel bin.

Letztendlich würde aber wohl nur eine Ölanalyse wirklich Aufschluss geben wie verschlissen, oder eben auch nicht verschlissen, das Öl dann tatsächlich ist.
 
Machst alle 2.000 km deinen Service, hast dann entweder deinem Motor was gutes getan (aber 600 € in Öl und Filter investiert gegenüber den 10.000 km-Intervallen ) und somit genug Geld zusammen-"gespart ", um dann die fällige Revision zu bezahlen ?

Ich kenne Leute, die machen alle 1.500 km einen Ölwechsel an ihrem J.F.-Motor.
 
Hab mir jetzt mal 3 Liter Motorex 20W-60 geordert (77,58€).
Ist zwar nicht unbedingt günstig (um dasselbe Geld bekommt man 4 Liter Motul 300V), aber trotzdem ein relativ fairer Preis wie ich finde.
Und wenn ich 4 Liter Motul kaufen würde, würd mir wieder 1 Liter übrig bleiben.

Mit den 3 Litern Motorex hab ich jetzt dann genug Öl für 2 Ölwechsel, und je nachdem wieviel ich heuer dann noch fahren werde, komm ich damit vielleicht dann auch über die Runden.
Schau ma mal.

Für nächste Saison werd ich mir dann wieder was anderes überlegen.
Wenn jemand Vorschläge hat oder etwas empfehlen kann, nur raus damit.
Bin (fast) alles offen.
 
ich fahre unter anderem auch einen großen 2 Zylinder mit Hydrostößel die sich akustisch sofort bemerkbar machen wenn das Öl nachlässt. Das Motul, was für mich bis dahin quasi das einzige Öl war, funktioniert da leider nicht gut. Ich konnte bereits nach wenigen 100 Km. die ersten Anzeichen hören dassDas Öl zu dünn wird.
Bei mir funktioniert LiqiMoly mit Abstand am besten. Wenn du mit dem Motorex nicht zufrieden bist, versuche es mal bitte.
 
Nicht zufrieden ist der falsche Ausdruck.
Ich bin durchaus zufrieden mit dem Motorex und hab auch absolut keine Probleme damit, sonst hätte ich mir auch nicht nochmal 3 Liter davon bestellt.
Aber ich war halt der Hoffnung dass es vielleicht besser bzw. langlebieger ist als das Motul 300V 15W-60, und das ist augenscheinlich aber nicht der Fall.

Wie es mit der Aditivierung in Bezug auf Verschleiß, Oxidation etc. aussieht kann ich natürlich nicht sagen.
Da könnte ich mir schon vorstellen dass das Motorex vielleicht eine Spur besser ist, da das Öl ja wirklich in Zusammenarbeit mit KTM speziell für diese Motoren entwickelt wurde.
Aber wissen oder irgendwie nachweisen kann ich das natürlich nicht.

Der Preis ist aber halt auch nicht ohne, das muss man schon sagen, auch wenn das für mich persönlich die kleinste Rolle bei der Wahl des Öls spielt.
Die paar Peanuts die ich pro Saison für Öl ausgebe, fallen bei den Spritpreisen, Reifenpreisen und dergleichen dann echt nicht ins Gewicht.

LiquiMoly ist mir vom Bauchgefühl her wirklich sympatisch.
Ich kann zwar nicht sagen warum, aber mit LiquiMoly verbinde ich einem "ehrlichen" Hersteller.
Wenn mich nicht alles täuscht haben die ja sogar ein eigens Forum, wo man Fragen stellen kann und dort dann auch jemand von LiquiMoly persönlich Rede und Antwort steht, auch wenn es ggf. 'unangenehme' Fragen sind.

Ob ein Öl von ihnen aber länger hält, oder ob sie überhaupt ein Öl im Programm haben, das für KTM Einzylinder Motoren geeignet ist, weiß ich nicht.
Könnte man aber sicherlich herausfinden und mal schauen, vielleicht teste ich nächste Saison dann wirklich mal ein LiquiMoly :yes:
 
Hab mich mal ein wenig umgesehen, und wenn dann würde ich wohl das 10W-60 Street Race testen

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Schau ma mal. Ist ja noch ein bisschen Zeit bis zur nächsten Saison.

Was mich persönlich jetzt halt schon immer etwas stört sind die 4 Liter Gebinde.
Das sind für 2 Ölwechsel zu viel und für 3 Ölwechsel zu wenig Öl.
Glaub ich muss mir einen Öl-Wasser Wärmetauscher mit 0,5 Liter Ölvolumen einbauen, dann passt's wieder :p
(*gleich für den nächsten Motor auf die ToDo-Liste geschrieben)
 
Seid ihr sicher, dass man die Schmierwirkung und Alterung eines Öles nur durch den Öldruck / gefahrene km darstellen kann?

Ich kenne die zwei DI s in der Firma, die Ölprofessoren genannt werden und wenn man denen beim diskutieren zuhört, dann verstehe zumindest ich sehr wenig von ihrem Gespräch.
Das Wort Öldruck hätte ich verstanden.
 
Hab mich mal ein wenig umgesehen, und wenn dann würde ich wohl das 10W-60 Street Race testen



Schau ma mal. Ist ja noch ein bisschen Zeit bis zur nächsten Saison.

Was mich persönlich jetzt halt schon immer etwas stört sind die 4 Liter Gebinde.
Das sind für 2 Ölwechsel zu viel und für 3 Ölwechsel zu wenig Öl.
Glaub ich muss mir einen Öl-Wasser Wärmetauscher mit 0,5 Liter Ölvolumen einbauen, dann passt's wieder :p
(*gleich für den nächsten Motor auf die ToDo-Liste geschrieben)

das LM gibts auch in 1l Gebinde.

Genauso das Fuchs Silkolene.
 
Ja natürlich gibt es bei jedem Öl auch 1Liter Gebinde, nur der Aufschlag ist da halt auch nicht ohne.
Ein 4Liter Gebinde Liqui Moly kostet auf Amazon z.B. 46,50€, während 3x 1Liter 47,77€ kosten.
 
Seid ihr sicher, dass man die Schmierwirkung und Alterung eines Öles nur durch den Öldruck / gefahrene km darstellen kann?
Die Schmierwirkung an sich und die Alterung des Öls wird man anhand des Öldrucks natürlich nicht feststellen können.

Jedoch hat die Viskosität eines Öls unmittelbaren Einfluss auf den Öldruck.
Je höherviskos ein Öl ist, desto höher auch der Öldruck.
Bedeutet im Umkehrschluss: sinkt der Öldruck bei (annähernd) gleichen Bedingungen (Motordrehzahl, Temperatur) dann bedeutet das, dass auch die Viskosität gesunken sein muss.

Die Viskosität an sich ist der entscheidende Faktor dafür, wie druckstabil das Öl ist bzw. wie sicher es den Schmierfilm zwischen 2 Bauteilen aufrecht erhalten kann ohne dass es zu einem Schmierfilmabriss kommt.

Sinkt die Heißviskosität des Öls durch zerscherren der VI Verbesserer oder z.B. auch durch Kraftstoffeintrag, von SAE60 auf Hausnummer SAE40 oder gar SAE30, dann sind auf Dauer Folgeerscheinungen wie z.B. Pitting auf den Zahnflanken der Getriebräder, Pleuellager- oder Hauptlagerschäden zu erwarten.

Es gibt z.B. Ölanalysen von Gebrauchtölen, da hat das Motorex Crosspower 4T 10W-60 nach 1140 Meilen (1800km) nur mehr eine Heißviskosität die einem 10W-40 entspricht (ohne das erhöhter Benzineintrag vorliegt!):

Screenshot_20230523_162501_Chrome.jpg

Will man das wenn der Hersteller ein 10W-60 Öl vorschreibt und man auch ein 10W-60 Öl gekauft hat?

Würdet ihr ein frisches 10W-40 in euren Motor einfüllen wenn KTM 10W-60 vorschreibt?
Vermutlich nicht, oder?
Also warum sollte man dann mit einem gebrauchten 10W-40 durch die Gegend fahren wollen?


Was mir persönlich halt aufgefallen ist war, dass es auch sehr auf den Fahrstill drauf ankommt wie lange das Öl seine Viskosität behält.
Wenn man eher gemütlich fährt, dann hält das Öl seinen Öldruck (respektive seine Viskosität) wesentlich länger/stabiler als wenn man ihm ordentlich Feuer (hohe Motordrehzahlen/hohe Öltemperatur) gibt.
Also ich denke man kann mit seinem Fahrstill sehr wohl auch beeinflussen wie lange das Öl hält.

Man kann es mit Reifen vergleichen: bei dem einen hält ein Reifen 2500km während ein anderer 8000km mit demselben Reifen fährt.
Kommt wie beim Öl halt auch auf den Fahrstill drauf an.
 
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